Wie kann Kurkuma bei Demenz helfen

Beim Kampf gegen die Demenz steht an erster Stelle immer eine gesunde Lebensführung. Wir alle wissen, dass dazu körperliche Aktivität und eine ausgewogene Ernährung gehören. Aber wie sollen diese beiden Faktoren ganz konkret in den Alltag integriert werden, um tatsächlich präventiv gegen Demenz zu helfen?


Körperliche Fitness für ein gesundes Gehirn


Beim Sport verhält es sich so, dass letztlich alles erlaubt ist, was gefällt. Wichtig dabei ist das Attribut „regelmäßig“. Niemand muss zum Marathonläufer werden. Genauso wenig ist es notwendig, zwei Stunden im herabschauenden Hund zu verharren. Wer sich regelmäßig moderat sportlich betätigt, hat sein präventives Soll bereits erfüllt. Amerikanische Neurowissenschaftler, die sich explizit mit der Materie befasst haben, raten zu drei Mal pro Woche 30 Minuten mäßiger Bewegung. Besonders empfohlen werden gelenkschonende Sportarten, die auch gut bis ins gehobene Alter betrieben werden können, also Walking, Radfahren, Schwimmen, Tanzen. Davon profitiert besonders eine Hirnregion namens Hippocampus. Sie ist von zentraler Bedeutung für das Gedächtnis und die räumliche Orientierung. Diese Studiendaten sind vor allen Dingen für Menschen ab dem 65. Lebensjahr von Bedeutung. Wer keinen Sport treibt, verliert jedes Jahr etwa 2% seines Hippocampusvolumens.

 

Essen gegen das Vergessen


Es sind bereits eine ganze Reihe von Vitaminen und Spurenelementen bekannt, die bei regelmäßiger Zufuhr in ausreichender Dosierung verhindern helfen, dass neurodegenerative Erkrankungen auftreten, zum Beispiel die hier besprochene Demenz. Zu diesen wertvollen Substanzen gehören Nikotinsäure, B-Vitamine, aber auch Vitamin D, Flavonoide und Polyamine. Die Flavonoide gehören zu den sogenannten Pflanzenfarbstoffen, die besonders stark antioxidativ wirken, also vor Zellschäden schützen. Die Polyamine ihrerseits sind verkettete Aminosäuren, die zum Beispiel an der Herstellung körpereigener Eiweiße, aber auch am Abbau schädlicher Proteine beteiligt sind. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe weiterer Wirkstoffe, die wir über unsere tägliche Nahrung zu uns nehmen können, jedoch oft nicht in ausreichender Menge. Um uns vor neurodegenerativen Erkrankungen zu schützen, wird empfohlen zusätzliche Vitamine in Form von Nahrungsergänzungsmitteln einzunehmen. 

>>Eine Übersicht pflanzlicher Nahrungsergänzungsmittel finden Sie beispielsweise hier<<

 

Die Kraft des Kurkumas


Zu den besonders potenten Helfern in Sachen Demenzprävention gehört das Gewürz Kurkuma. Es gehört zur Ingwerfamilie und ist auch unter dem Namen Gelbwurz bekannt. Kurkuma ist vielen durch seine intensive gelbe Farbe und hohen Anteil ätherischer Öle bekannt. In der ayurvedischen Heilkunst Indiens findet das Gewürz schon seit über 4000 Jahren Anwendung. Es wird dort gerne als reinigende und tonisierende Essenz eingesetzt, die sich positiv auf das Energielevel auswirken soll. In Indien verwendet man Kurkuma vorwiegend in pulverisierter Form als Currybestandteil. Die Wurzel ist aber ebenso gut frisch zu verwenden.  

 

 

Kurkuma als Bestandteil der Medizin


Mit seinen Bitterstoffen wirkt Kurkuma sowohl anregend auf die Magensaftproduktion als auch auf die Gallensäureproduktion und fördert auf diese Weise die Verdauung. Dem Essen als Gewürz beigemengt oder als Tee aufgekocht, kann es so Verdauungsbeschwerden lindern. Darüber hinaus besitzt Kurkuma dank seines gelben Farbstoffes Curcumin eine ausgeprägte antioxidative Wirkung, was körpereigene Zellen vor ungünstigen Umwelteinflüssen schützt. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass bestimmte Enzyme, die in der Wurzel enthalten sind, Kurkuma zu einem sehr guten Entzündungshemmer machen. Und schließlich unterbindet Curcumin nachgewiesenermaßen die Ablagerung bestimmter schädlicher Eiweiße im Gehirn. Für Menschen, die sich auf natürlichem Wege vor Demenzerkrankungen schützen wollen, ist das eine wesentliche Information. Man geht davon aus, dass diese Proteinablagerungen bedeutend an der Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen beteiligt sind. Dazu gehört zum Beispiel auch der Morbus Alzheimer. Beim Einsatz zu medizinischen Zwecken ist darauf zu achten, dass die Bioverfügbarkeit des Gewürzes recht gering ist. Das liegt daran, dass durch die Verarbeitung in der Leber die günstigen Wirkstoffe zu einem gewissen Teil eliminiert werden. Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, Kurkuma mit schwarzem Pfeffer zu kombinieren. Das im Pfeffer enthaltene Piperin erhöht die Bioverfügbarkeit von Curcumin um satte 2000%. Alternativ besteht selbstverständlich immer die Möglichkeit, Kurkuma in Form eines Nahrungsergänzungsmittels einzunehmen, das sich durch eine gute Bioverfügbarkeit auszeichnet.

  

 

Dr. Jabs

Ich bin Facharzt für Innere Medizin, Geriater und Biochemiker.
Seit vielen Jahren entwickle ich Konzepte für die Ernährungsmedizin
bei neurologischen Erkrankungen und Hirnfunktionsstörungen.
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