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Alltag mit Demenz – Tipps für Angehörige

Demenzkranke leben in ihrer eigenen Welt, die für Außenstehende oft abstrus wirkt. Dies führt häufig zu Verhaltensweisen, die für die Angehörigen oft nicht nachvollziehbar sind. Wenn Menschen an Alzheimer erkranken, verändern sie sich und wirken für Nahestehende fast wie fremde Personen.

Mit jedem Tag entfernen sie sich von der Person, die sie mal waren. Bestehen bleiben jedoch immer die Gefühlsebene und das Grundbedürfnis als Mensch akzeptiert und wertgeschätzt werden. Die Pflege von Demenzerkrankten übernehmen häufig Personen aus der Familie oder dem sozialen Umfeld. Die meisten Menschen sind sich ihrer Aufgabe als Partner*in oder Kinder bewusst, für ihr Familienmitglied da zu sein und zu sorgen. Für einige bietet die Krankheit Demenz erstmals sogar die Möglichkeit, etwas von dem zurückzugeben, was der oder die Erkrankte vorher über Jahre an Liebe, Zuneigung, Geborgenheit, Sicherheit und Vertrauen gegeben hat.

 

Was kommt auf die Familienangehörigen zu?


Personen mit Demenz zu pflegen und zu betreuen ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die schnell zu einer großen Herausforderung wird. Bevor man sich entscheidet, einen demenzkranken Familienangehörigen zu betreuen, ist es unbedingt erforderlich, sich grundlegend über die Erkrankung Demenz zu informieren.  Es gibt verschiedene Formen von Demenzerkrankungen, deren Verlauf und Ausprägungen in den Verhaltensweisen sehr unterschiedlich sein können. Diese können von Depressionen über Halluzinationen bis hin zu Aggressionen ausgeprägt sein. Die Betreuung von Demenzkranken und der fachgerechte Umgang ist eine langwierige Aufgabe, die stetig anstrengender und anspruchsvoller wird. Nach der Diagnosestellung leben die Erkrankten im Schnitt etwa acht Jahre.

 

Typische Verhaltensweisen von Demenzkranken


Die Betreuung von Demenzkranken stellt häufig eine enorme psychische und physische Belastung dar. Am Anfang der Erkrankung funktionieren die Abläufe oft noch reibungslos. Im späteren Verlauf und Stadium nehmen die Begleiterkrankungen und Symptome erheblich zu. Demenzkranke werden inkontinent. Sie sind oft ungehalten und unruhig. Die Aggression kann zunehmen. Das Gehen und die Bewegungsabläufe fallen sichtlich schwerer. Die Sturzgefahr steigt und der Erkrankte wird inkontinent. Häufig wird der Tag-Nacht-Rhythmus vertauscht. Der Demenzkranke ruht und schläft am Tage, wenn der Partner die häusliche Arbeit verrichtet. Andererseits wird der Erkrankte dann nachtaktiv, wenn der Angehörige schlafen und sich erholen muss. All das sind Veränderungen, die die Erkrankung Demenz mit sich bringen. 

 
Der richtige Umgang mit Patienten

Am wichtigsten beim Umgang mit Demenzkranken ist es, sie nicht zu korrigieren, zurechtzuweisen oder sie auf ihre Erkrankung aufmerksam zu machen. Das verschärft nur den Konflikt zwischen dem dementen Familienangehörigen und dem Familienmitglied. Demenzkranke müssen so genommen werden, wie sie sind. Um sie gut zu erreichen, muss der Zugang zu deren Welt gelingen. Das bedeutet, sie müssen dort abgeholt werden, wo sie sich gerade während ihrer Realität befinden. Das ist nicht immer so einfach, aber es gibt keinen anderen Weg, die Situationen zu meistern. Für Demenzkranke spielt die Vergangenheit eine sehr große Rolle. Dies sollte auch immer im Umgang mit ihnen berücksichtigt werden. Daher sind Informationen darüber wichtig, was früher zum alltäglichen Ablauf des Demenzkranken gehörte. Dies betrifft vor allem die Bereiche Beruf, Familie, Urlaub und einschneidende Ereignisse. Irgendwann, früher oder später, ist eine Unterbringung in einem Pflegeheim unumgänglich. Das hängt einerseits vom Krankheitsverlauf ab und andererseits von der Verfassung und vom Kräftehaushalt des pflegenden Angehörigen. Nicht jeder Mensch ist dafür geeignet, einen Demenzkranken mit aller Konsequenz Zuhause zu betreuen und zu pflegen.

Dr. Jabs

Ich bin Facharzt für Innere Medizin, Geriater und Biochemiker.
Seit vielen Jahren entwickle ich Konzepte für die Ernährungsmedizin
bei neurologischen Erkrankungen und Hirnfunktionsstörungen.
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