demenz vorbeugen

Wie kann Demenz vorgebeugt werden

Wie halten wir unser Gehirn bis ins hohe Alter gesund und leistungsfähig? Primärprävention dementieller Syndrome - Die meisten von uns begleitet die Sorge, dass im Alter ihre geistige Leistungsfähigkeit nachlassen wird und sie möglicherweise sogar an einer Demenz erkranken könnten. Lernen Sie hier,  wie Sie ihr Gehirn bis ins hohe Alter fit und vital halten.

Demenzen sind aktuell nicht heilbar. Nichtsdestotrotz – oder gerade deswegen - ist das Thema Primärprävention dementieller Syndrome ein großes Thema in der Forschung, an dem intensiv gearbeitet wird. Das hat dazu geführt, dass wir inzwischen gut darüber Bescheid wissen, wie wir uns durch die Verringerung von gut beeinflussbaren Risikofaktoren vor kognitiven Leistungseinbußen schützen können.

Das größte Risiko an einer Demenz zu erkranken, ist schlicht das eigene Alter. Je älter wir werden, desto höher ist auch unser Demenzrisiko. Mit 90 Jahren haben wir immerhin eine Wahrscheinlichkeit von 40 bis 50%, an einer Demenz zu erkranken. Wenn in unserer Familie bereits Demenzerkrankungen aufgetreten sind, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass auch wir betroffen sein werden – nichtsdestotrotz wissen wir dann, dass wir ein deutlich erhöhtes Risiko haben. An dieser Stelle wollen wir ganz besonders den Damen unserer Leserschaft nicht unterschlagen, dass Frauen insgesamt ein höheres Demenzrisiko haben als Männer. Das liegt an ihrer höheren Lebenserwartung.

Eine Vorbeugung von Demenz mit einem 100%igen Garantieversprechen ist bislang leider nicht möglich. Aber wir können mit Sicherheit sagen, dass ein gesunder Lebensstil mit geistiger, körperlicher und sozialer Aktivität neben einer vernünftigen Ernährung eine Demenz zumindest hinauszögern kann. 


Risikofaktoren für Demenzerkrankungen

Lassen Sie uns an dieser Stelle etwas mehr in die Tiefe gehen. Wir wissen von zahlreichen Faktoren, die Demenzerkrankungen begünstigen können. Dazu zählen erhöhte Cholesterinwerte, Übergewicht und ein erhöhter Blutdruck. Darüber hinaus sind Raucherinnen und Raucher stärker gefährdet als andere, die sich diesbezüglich in Verzicht üben. Nun sind es genau diese uns bekannten Risikofaktoren, an denen wir zur Prävention ansetzen können. Eine wesentliche Rolle bei der Vorbeugung spielen eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung. Auch unser Gehirn braucht Reize und Anstöße, um leistungsfähig zu werden und zu bleiben. Aus einer ganzen Reihe guter wissenschaftlicher Studien wissen wir, dass körperlich fitte und geistig aktive Menschen deutlich seltener an Demenz erkranken. Es lohnt sich also, am eigenen Lebensstil zu feilen und in vorbeugende Maßnahmen zu investieren.


Wie sieht Demenzprävention aus?

Was sagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Thema Demenzprävention? Auch sie zielt zur Prävention auf die weit verbreiteten Volkskrankheiten Adipositas, Hypertonie und Diabetes mellitus ab. Die WHO empfiehlt nicht nur, auf das Rauchen zu verzichten und Alkohol nur in Maßen zu konsumieren, sondern auch starkes Übergewicht spätestens ab dem mittleren Lebensalter zu vermeiden und eine sogenannte mediterrane Ernährungsweise einzuhalten. Außerdem sollten Bluthochdruck, die Zuckerkrankheit und Fettstoffwechselstörungen kompetent und konsequent von einem Arzt behandelt und überwacht werden.

Lassen Sie uns an dieser Stelle noch einmal etwas konkreter werden, um Ihnen gut umsetzbares Rüstzeug an die Hand zu geben.


Ernährung für die grauen Zellen

Wie genau sollte die Ernährung aussehen, damit sie uns bestmöglich vor einer Demenzerkrankung schützt? Halten Sie sich wann immer möglich an eine mediterrane Ernährungsweise. Konsumieren Sie vor allen Dingen Obst und Gemüse, Olivenöl, Fisch und gesunde Kohlenhydrate aus Vollkorn. All diese Produktgruppen – regelmäßig verzehrt – können unsere grauen Zellen effektiv zu schützen. Dabei spielen die im Obst und Gemüse enthaltenen Vitamine eine besonders wichtige Rolle. Die ungesättigten Fettsäuren im Olivenöl, aber auch die Kohlenhydrate in Brot, Nudeln, Reis und Kartoffeln sind in der Lage, unseren LDL-Cholesterinspiegel zu senken. Und ganz besonders die gesunden Omega-3-Fettsäuren verbessern die Kommunikation unserer Nervenzellen untereinander. Darüber hinaus sind sie in der Lage, entzündliche Prozesse zu verhindern, die auch die Funktionsfähigkeit unseres Gehirns einschränken können.

 

 

 
Medikamente für geistige Fitness?

Können uns auch Medikamente schützen, die wir zusätzlich zu all diesen gesunden Lebensmitteln einnehmen? Bedingt, können wir hier antworten. Im Gespräch sind momentan vor allen Dingen Präparate mit den Wirkstoffen Ginkgo biloba Extrakt und Acetylsalicylsäure (ASS). Bei Demenz- und Alzheimerpatienten wird in der Diagnostik oft ein erheblicher Vitamin-C- und Vitamin-D-Mangel festgestellt. Daraus konnte abgeleitet werden, dass die Aufnahme von natürlichem Vitamin-C und Vitamin-D vorbeugend bei der Demenzerkrankung wirken kann. Gerade im zunehmenden Alter ist es ratsam diese wichtigen Vitamine und Polyphenole über hochwertige Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. Wichtig hierbei ist es, dass Nahrungsergänzungsmittel eine hohe Bioverfügbarkeit aufweisen.

>> Beispiele für solche, finden Sie hier <<

 

Auch Medikamente mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure hemmen die Blutgerinnung und können auf diese Weise Mikroinfarkten und Schlaganfällen vorbeugen. Beide Ereignisse gehören zu den Risikofaktoren für die sogenannte vaskuläre Demenz, die kleinste Gefäße in unserem Gehirn betrifft. Möglicherweise kann durch die Einnahme von acetylsalicylsäurehaltigen Präparaten sogar eine dosisabhängige anti-entzündliche Wirkung erzeugt werden. Es wird vermutet, dass auf diesem Wege das Auftreten einer Alzheimer-Demenz hinausgezögert werden kann. Für den Wirkstoff Ginkgo biloba wird angenommen, dass es sich um ein potentes Antioxidans handelt. Durch die Einnahme des Extraktes sollen bestimmte chemische Reaktionen – zellschädigende Oxidationsvorgänge - verhindert werden, die aller Wahrscheinlichkeit nach am Untergang von Nervenzellen im Rahmen dementieller Syndrome beteiligt sind. 


Bewegung für den Kopf

So weit, so gut. Und was kann nun die sportliche Betätigung für uns und unsere grauen Zellen tun? Nachweislich schützt regelmäßige körperliche Bewegung vor einer Demenzerkrankung. Sie senkt den Blutdruck, einen möglicherweise erhöhten Cholesterinspiegel, aber auch den Blutzucker und natürlich das Gewicht. Darüber hinaus versorgt sie durch eine tiefere Atmung und bessere Durchblutung das Gehirn mit Sauerstoff und regt seinen Stoffwechsel an. Diese Prozesse erlauben es Nervenzellen, sich dichter miteinander zu vernetzen und Informationen untereinander effektiver auszutauschen. Gar nicht schlecht, oder? Empfohlen werden dreimal pro Woche 30 Minuten Ausdauersport. Ob Sie lieber laufen, schwimmen gehen oder sich auf Ihr Rad schwingen, bleibt dabei ganz Ihnen überlassen. Und selbstverständlich ist es immer günstig, auch im Alltag möglichst beweglich zu bleiben. Lassen Sie Rolltreppen und Aufzüge links liegen und versuchen Sie, so viele Erledigungen wie möglich zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erledigen.


Gehirnjogging

Für eine effektive Demenzprävention dürfen Sie aber nicht nur Ihren Körper trainieren, sondern auch ganz gezielt Ihren Geist. Fordern Sie Ihre grauen Zellen und bleiben Sie geistig aktiv – Stichwort Gehirnjogging. Verlassen Sie die gut bekannten Trampelpfade in Ihrem Gehirn und verändern Sie bewusst Ihren Alltag. Sorgen Sie für Abwechslung und Herausforderung. Verfolgen Sie Ihre Hobbys mit Leidenschaft und probieren Sie Neues aus, so oft Sie können. Je früher Sie damit beginnen, umso besser für Ihr Gehirn und Ihre geistige Leistungsfähigkeit. Von besonderer Wichtigkeit ist auch die Pflege sozialer Kontakte. Wer sich mit vielen Menschen umgibt und sich rege mit ihnen austauscht, beugt effektiv einer Demenz vor – und das gilt für Jung und Alt gleichermaßen.


Wollen wir abschließend noch einmal kurz zusammenfassen? Zum Schutz Ihrer Nervenzellen vor degenerativen Prozessen und zum Erhalt Ihrer geistigen Fitness bis ins hohe Alter versuchen Sie, sich in Ihrem Alltag so gut wie möglich an folgende Ratschläge zu halten:

Lassen Sie internistische Grunderkrankungen abklären und behandeln. Ernähren Sie sich möglichst gesund. Grobe Richtschnur hierfür ist die so genannte Mittelmeerkost mit viel Obst, Salat und Gemüse sowie Fisch, dafür aber wenig Fleisch und Wurst. Verzichten Sie auf Alkohol oder trinken Sie ihn allenfalls mäßig. Zigaretten sollten tabu sein. Sorgen Sie regelmäßig für körperliche Bewegung. Und tun Sie, was Ihnen Freude bereitet: Pflegen Sie Ihre Hobbys und Ihre Freundschaften.

 

Dr. Jabs

Ich bin Facharzt für Innere Medizin, Geriater und Biochemiker.
Seit vielen Jahren entwickle ich Konzepte für die Ernährungsmedizin
bei neurologischen Erkrankungen und Hirnfunktionsstörungen.
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